Station 25 –
Kielholz und Rybicki

Alle sollten einen Laster haben!

Meine 25. Jobmarathon-Woche verbrachte ich im Familienunternehmen Kielholz und Rybicki. Die Spedition mit Hauptsitz in Bischofferode wurde vor mehr als 80 Jahren gegründet; die Niederlassung in Nordhausen existiert seit 1993. In Frankfurt gibt es einen weiteren Standort. Die Kernkompetenzen von Kielholz und Rybicki liegen im Gefahrgut- sowie dem Abfall- und Entsorgungstransport. Die Firma ist zudem auf Möbeltransporte im Pflegebereich spezialisiert. Egal, ob mit Planenauflieger, Kofferfahrzeug, Silo- oder Tankauflieger – die 140 Beschäftigten bei Kielholz und Rybicki bewegen so einiges. Und ich durfte diese Woche in den unterschiedlichen Jobs ordentlich mithelfen!

Wo sind die Laster?

Bevor es auf Achse ging, machte ich zuerst einmal im Büro halt. Hier schlüpfte ich in den Beruf der Kauffrau für Speditions- und Logistikdienstleistungen. Zusammen mit einem Mitarbeiter konnte ich dabei die Disposition der gesamten Fahrzeugflotte auf dem Rechner einsehen. Durch das Wunder der Telematik wussten wir genau, wo sich welches Fahrzeug gerade befindet. Genial. 🧐 Ihr solltet ein gutes geografisches Gedächtnis mitbringen, denn ihr müsst euch auf den Routen auskennen und wissen, auf welcher Landstraße oder Autobahn sich der Lkw befindet.

In dem Job verfolgt ihr aber nicht nur Lastwagen aus der Ferne, ihr macht außerdem Abrechnungen der Aufträge, fertigt Rechnungen an und führt Kundengespräche. Deshalb sind gute Kommunikation, mathematisches Verständnis, Englischkenntnisse, Teamfähigkeit und eigenständiges Arbeiten wichtige Voraussetzungen für diesen Beruf. Die Berufsschule der Kauffrauen/Kaufmänner für Speditions- und Logistikdienstleistungen befindet sich in Erfurt. Die Ausbildungszeit beträgt drei Jahre.

Ich fand es ziemlich cool, genau zu verfolgen, wo sich die Fahrzeuge befinden und alles managen und koordinieren zu können. ☺️

Paradies für Tetris-Fans

Meine nächste Anlaufstelle war das Lager von Kielholz und Rybicki. Hier konnte ich den Job der Fachlageristin übernehmen und sogar selbst einen Gabelstapler fahren. 😁 Nach einer kleinen Einweisung drehte ich langsam und vorsichtig meine ersten Runden … Nach einer Weile bekam ich Routine und wurde immer schneller. 😊

Das klappte so gut, dass ich dann mit dem Gabelstapler Paletten von einem Lkw abladen und im Lager übereinanderstapeln durfte. War wie Tetris, nur in echt, und hat mir viel Spaß gemacht! 😁

Für diesen Job solltet ihr also Geschicklichkeit und ein Gespür für Ordnung mitbringen. Die Ausbildung zur Fachlageristin oder zum Fachlageristen dauert zwei Jahre. Wenn ihr noch ein drittes Jahr dranhängt, seid ihr sogar Fachkraft für Lagerlogistik. Cool, oder? 😊

Die nächste Berufsschule befindet sich in Sondershausen, im staatlichen Berufsschulzentrum. Dort führte mich meine Reise ja auch schon hin und ich hatte mich bereits mit einer Klasse der Fachlageristen austauschen können. 😉

Mal eine andere Perspektive

Am zweiten Tag durfte ich einen der goldenen Lkw von Kielholz und Rybicki auf seiner Tour begleiten. Als „Berufskraftfahrerin“ ging es für mich nach Göttingen zu einem Kunden. Dort haben wir Ware abgeholt und an eine andere Firma geliefert.

Es war gut, mal selbst im Fahrerhaus eines Lasters zu sitzen. Vielleicht geht es euch ja auch so: Immer, wenn ein Lkw vor mir fährt, finde ich ihn unfassbar langsam. Aber wenn ihr selbst mitfahrt, fühlt sich alles viel schneller an. Außerdem habt ihr dort oben eine ganz andere Perspektive und seht viel mehr als im Pkw. ☺️

Es sollte euch aber bewusst sein, dass ihr als Berufskraftfahrer/-in viel unterwegs seid und auch mal früh am Morgen oder schon in der Nacht losfahren müsst. Oft übernachtet ihr auch im Laster. Dafür kommt ihr viel herum und seht Ecken, die ihr vorher noch gar nicht gekannt habt. 😉

Neben Reisebereitschaft fordert der Beruf physikalisches und mathematisches Verständnis sowie gute Ausdauer und Konzentration. Die Ausbildung zum/zur Berufskraftfahrer/-in dauert drei Jahre. Die Berufsschule befindet sich in Mühlhausen.

Schrauben, schrauben, schrauben

Ja, im Beruf der Kfz-Mechatronikerin für Nutzfahrzeuge habe ich viel geschraubt … 😀 Ein Lkw sollte in der firmeneigenen Werkstatt für Silotransporte umgerüstet werden. Ich war dabei, als verschiedene Modifikationen vorgenommen wurden und auch das ein oder andere Anbauteil an das Fahrzeug wanderte. Das war alles ein bisschen imposanter als bei einer Pkw-Reparatur: Ich durfte Radmuttern mit einem Schlagschrauber an die Räder schrauben und im Anschluss eine Kardanwelle demontieren, um den Nebenantrieb zu montieren. Am Ende habe ich die Sicherungen am LKW überprüft.

Ihr seht schon, hier braucht es etwas technisches Verständnis. Außerdem: Interesse an Mathematik sowie Physik, denn in der Berufsschule sind das die Hauptthemengebiete. Die Ausbildung dauert dreieinhalb Jahre und wenn ihr Glück habt und die Klasse genügend Schüler hat, ist die Berufsschule sogar in Nordhausen. Wenn nicht, dann in Leinefelde oder Gotha. Ich fand die Aufgaben bei Kielholz und Rybicki wirklich cool – ein Traumjo für jeden, der handwerkliches Geschick mitbringt.

Das Highlight der Woche

Zum Schluss durfte ich sogar selbst mit einem Lkw auf dem Betriebsgelände fahren! 😍 Ich war äußerst gespannt, wie sich so ein Laster fährt. 🤔

Meine ersten Versuche habe ich noch ohne Auflieger gemacht – das klappte gut. Danach habe ich den Hänger angesattelt und durfte einen ausgewachsenen Sattelzug mitsamt Auflieger fahren. Ich hätte mir das wirklich viel schwieriger vorgestellt. Ihr merkt kaum, mit was für einem riesigen Fahrzeug ihr da eigentlich unterwegs seid und was für ein langer und schwerer Anhänger da hinten dran ist. Nur, wenn ich in den Rückspiegel geschaut habe, wurde mir das so richtig bewusst. 😀 Einzigartige Erfahrung!

Mein Fazit zu Kielholz und Rybicki

In dieser Woche konnte ich tonnenweise neue Eindrücke und Erfahrungen sammeln. Das erste Mal mit einem Lkw und auch mit einem Gabelstapler zu fahren, war wirklich stark! Das Team bei Kielholz und Rybicki war außerdem richtig nett. Ich habe mich sehr wohl gefühlt. ☺️ Seid ihr auch schon mal in einem Lkw mitgefahren oder habt ihn sogar selbst gesteuert? Wie war es für euch? Würde mich interessieren. Schreibt mir gern einen Kommentar! Bis zum nächsten Mal, eure Franzi.

Kielholz und Rybicki

Kielholz & Rybicki ist weit mehr als eine Spedition unter vielen. Hier wird das gesamte Spektrum an logistischen Dienstleistungen angeboten, Ware gelagert und Montagearbeiten durchgeführt.

Kielholz

Über unsere Jobbloggerin Franziska

Ein Job für den Rest des Lebens? Nicht für mich! Ich begebe mich auf eine spannende Reise durch über 30 Unternehmen in 180 Tagen. Seid dabei und folgt mir!

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