Station fünf: Besuch im SBZ Kyffhäuserkreis und bei der Tischlerei Bohnert

Berufliche Perspektiven und Nachfolge in Nordthüringen

Diese Woche war sehr vielseitig für mich, denn ich habe in verschiedene Bereiche der beruflichen Bildung geschaut und mich außerdem mit dem Thema Unternehmensnachfolge in einem Familienbetrieb beschäftigt.

Es hieß also: wieder die Schulbank drücken! 😀 So lange ist das bei mir allerdings noch gar nicht her. Die letzten zwei Jahre habe ich an einer Fachschule verbracht, war also noch gut im Thema. Diesmal stand ich allerdings auch vor der Klasse und durfte den Schülerinnen und Schülern erzählen, was ich derzeit mache und mit dem Jobmarathon erreichen möchte.

Neue Perspektiven durch eine Ausbildung am beruflichen Gymnasium+ des SBZ Kyffhäuserkreis

Im beruflichen Gymnasium+ des Berufsschulzentrums in Sondershausen habe ich in verschiedene Klassen geschaut und mich mit den Schülerinnen und Schülern ausgetauscht. Dort im BG+ könnt ihr in den Fachrichtungen Wirtschaft oder Datenverarbeitungstechnik eine Zusatzqualifikation Management erwerben. Solch eine Ausbildungsmöglichkeit gibt es in ganz Thüringen nur in Sondershausen!

Tiefe Einblicke in verschiedene Berufe

Ihr wollt wissen, was das Besondere daran ist? Durch die Zusatzqualifikation Management eröffnet sich euch eine noch breitere Wahl an Berufswegen. Ihr erhaltet durch die Kooperation der Schule mit der Handwerkskammer und der Industrie- und Handelskammer vielfältige Chancen in der Wirtschaft – ob im Handwerk, in der Industrie, dem Handel oder im Dienstleistungssektor. Mit der Zusatzqualifikation erwerbt ihr tiefere betriebswirtschaftliche, kaufmännische, rechtliche und berufs- sowie arbeitspädagogische Kenntnisse. Ergänzt durch zwei Praktika in den Klassenstufen 11 und 12 erhaltet ihr so Einblicke in die betriebliche Praxis.

Das Abitur am beruflichen Gymnasium+ berechtigt zum Studium an Universitäten, Hochschulen und Fachhochschulen und in allen Fachrichtungen. Neben dem Erwerb der allgemeinen Hochschulreife könnt ihr durch den Abschluss am BG+ aber auch in eine verkürzte Berufsausbildung einsteigen. Daran kann sich eine ebenfalls verkürzte Meisterausbildung (HWK) oder Weiterbildung anschließen – beispielsweise zum/zur geprüften Wirtschaftsfachwirt/-in oder zum/zur geprüften technischen Fachwirt/-in (IHK). Das spart den Absolventinnen und Absolventen des SBZ Kyffhäuserkreis nicht nur Zeit, sondern auch Geld.

Überzeugte Schülerinnen und Schüler

Ich habe die Schülerinnen und Schüler, die diesen beruflichen Weg derzeit durchlaufen, natürlich gefragt, warum sie sich genau dafür entschieden haben. Das konnten sie mir leicht beantworten: Die Zusatzqualifikation bringe viele Vorteile für die berufliche Zukunft. Außerdem wären der Umgang und die Lehrerinnen und Lehrer an der Schule sehr gut. Die Schüler erzählten mir auch, dass die Unterrichtsfächer sehr interessant gestaltet wären und die Projektarbeit ein kleines Highlight sei. Für mich klang das überzeugend.

So eine Schule wünscht sich eigentlich jeder, oder? Und jede berufliche Perspektive braucht schließlich eine schulische Ausbildung! Durch diese ganz besondere Ausbildung ist es bspw. möglich, später einmal eine Unternehmensnachfolge anzutreten. Dieses Thema spielte dann auch bei meinem anschließenden Besuch in der Tischlerei Bohnert eine große Rolle.

Unternehmensnachfolge in Nordthüringen – die Tischlerei Bohnert

Viele Firmen haben das Problem der Unternehmensnachfolge. Es gehen den Unternehmerinnen und Unternehmern einige wichtige Fragen durch den Kopf: Wer übernimmt mal meine Firma? Läuft dann auch alles, wie bisher? Oder muss ich am Ende vielleicht das, was ich mir aufgebaut habe, aufgeben? Es ist nicht immer leicht, einen passenden Nachfolger oder eine Nachfolgerin zu finden.

„Man muss es wollen, verstehen und mögen“

Mein Jobmarathon durch Nordthüringen führte mich diese Woche auch zur Tischlerei Bohnert in Kyffhäuserland. Das Familienunternehmen existiert bereits seit 1977 – der Generationswechsel ist auch hier immer wieder ein Thema. Ich habe mich mit Herrn Bohnert darüber unterhalten und ihn gefragt, worauf es ihm bei der Unternehmensnachfolge in seiner Tischlerei ankommt. „Das Wichtigste ist, dass man an dem Beruf wirklich interessiert ist und seine Arbeit mit Leidenschaft macht“, meinte der Chef. Außerdem sei es entscheidend, die Grundlagen der Mathematik und der Grammatik zu verstehen und gut anwenden zu können, Kreativität, handwerkliches Geschick und Lebenslust mitzubringen. „Wenn die Aufgabe und das Ziel im Kopf klar sind, dann machen es die Hände von ganz alleine. Man muss es wollen, verstehen und mögen“, sagt Marc Bohnert.

Nach diesem Gespräch war mir eines klar: Wer ein großes Interesse für den Beruf als Tischler/-in und einen starken Willen mitbringt, der hat auch großes Potenzial, einmal eine Unternehmensnachfolge antreten zu können.

Könnt ihr euch vorstellen, irgendwann einen Betrieb zu übernehmen? Sind euch bei der schulischen Ausbildung Zusatzqualifikationen wie am BG+ wichtig? Schreibt mir gern einen Kommentar dazu. Bis nächste Woche, eure Franzi!

Staatliches Berufsschulzentrum Kyffhäuserkreis

Unsere Jobbloggerin darf die Schulbank nun aus einer anderen Perspektive betrachten – und zwar aus der einer Berufsschullehrerin. Das breitgefächerte Angebot des staatlichen Berufsschulzentrums eröffnet jungen Menschen zahlreiche Bildungs- und Qualifizierungsmöglichkeiten.

Tischlerei Bohnert

Seit 2007 werden bei Tischlerei und Massivholzbau Bohnert mit höchster Präzision Häuser aus hochwertigen Holzrahmensystemen gebaut. Hier kann unsere Jobbloggerin ihr handwerkliches Können unter Beweis stellen.

tischlerei-bohnert

Über unsere Jobbloggerin Franziska

Ein Job für den Rest des Lebens? Nicht für mich! Ich begebe mich auf eine spannende Reise durch über 30 Unternehmen in 180 Tagen. Seid dabei und folgt mir!

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