Mit dem Bus die Welt entdecken

Die Woche 28 meines Jobmarathons verbrachte ich bei Brauer Reisen, einem Reiseveranstalter mit Omnibusbetrieb und Reisebüro für Gruppenveranstaltungen. Das Familienunternehmen, welches 1990 gegründet wurde, wird von Familie Brauer schon in der zweiten Generation weitergeführt. Derzeit arbeiten hier insgesamt 25 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen.

Wer im Dorf wohnt kennt das sicher: für den Schulweg muss man sich auf den Bus verlassen können. Ich bin früher regelmäßig mit den öffentlichen Verkehrsmitteln gefahren, anders kam man gar nicht von A nach B. 😁 Außerdem habe ich auch die ein oder andere längere Busreise während meiner Schulzeit erlebt, einige davon waren sogar über hunderte Kilometer. Doch wie viel Organisation und Konzentration es für diesen Beruf braucht, ist mir erst diese Woche im Rahmen des Jobmarathons bewusst geworden.

Schulausflug nach Erfurt

An meinem ersten Tag bei Brauer Reisen ging es für mich direkt auf Tour – gemeinsam mit einem Mitarbeiter als Fachkraft im Fahrbetrieb für Personenverkehr. Die genaue Berufsbezeichnung kannte ich so gar nicht, ich dachte, der Beruf nennt sich BusfahrerIn – wieder etwas gelernt 😀

Wir haben eine Schulklasse vom Gymnasium in Nordhausen nach Erfurt ins Theater gefahren und selbstverständlich auch wieder zurück. Bevor die Busfahrt allerdings los gehen konnte, stand eine Abfahrtskontrolle auf dem Plan. Dabei wird der Bus vor der Abreise noch einmal durchgecheckt. Das ist sehr wichtig und muss genau dokumentiert werden. Aber dazu erzähle ich später noch einmal mehr. 😊

Dann ging es los: die Schüler und Schülerinnen stiegen ein und nach einer guten Stunde Fahrt, kamen wir in Erfurt an. Für die Schüler und Schülerinnen begann gleich die Vorstellung. Doch was machen wir in der Zwischenzeit?

Der Fahrer des Busses konnte mir diese Frage natürlich beantworten und schon stand meine nächste Aufgabe an. So eine Schulklasse hinterlässt schon gern mal Chaos, daher muss der Bus nach jeder Fahrt gereinigt werden. Also Ärmel hoch krempeln und los 😀 Zuerst habe ich den Boden gewischt, dann alle Tische und die Sitze gesäubert. Puh.. 🥵 Der Bus war ziemlich groß mit insgesamt 48 Sitzplätzen. Da könnt ihr euch vorstellen, wie überraschend anstrengend das war. 😅 Doch auch so etwas gehört zum Beruf dazu. Nach der Arbeit dann das Vergnügen: Wir konnten die Zeit bis zum Ende der Theatervorstellung nutzen und sind ein bisschen durch die Stadt Erfurt gebummelt. Das Warten auf die Fahrgäste darf man nämlich selbst für eine Stadttour nutzen. Vor allem bei Zielen, die weiter weg sind, finde ich das wirklich toll! 😊 Das wäre doch der perfekte Job für Teilzeit- Reiseblogger! 😜

Unterwegs im Linienverkehr

Am nächsten Tag bin ich zusammen mit einem Mitarbeiter von Brauer Reisen mit dem Linienbus quer durch Nordhausen gefahren. Aber vor dem Start erfolgte, wie gehabt, die Abfahrtskontrolle. Ich erwähnte bereits, wie wichtig das ist, schließlich trägt man als FahrerIn Verantwortung für den sicheren Transport vieler Menschen. Wir haben den Ölstand des Busses kontrolliert, die Reifen und deren Profil gecheckt und das Kassensystem überprüft. Das hat mir der Fahrer nochmal genauer erklärt. Am Ende des Tages muss man als Fachkraft im Fahrbetrieb für Personenverkehr nämlich die Kasse selbst zählen und sollte daher mathematisch nicht ganz unbegabt sein. 😁

Nachdem wir den Bus durchgecheckt hatten, ging die Tour los. Beim Fahren sollte man definitiv trotz aller Ablenkung konzentriert bleiben und Ausdauer mitbringen. Den ganzen Tag einen Bus zu fahren kann wirklich anstrengend sein. Außerdem solltet ihr gerne Kontakt mit Menschen haben und aufgeschlossen sein. Selbstverständlich ist die Freude am Fahren die wichtigste Voraussetzung, um in diesem Job zu arbeiten.

Ein anderer Mitarbeiter erzählte mir, dass es ihm richtig Spaß macht im Personenverkehr zu fahren. Das beste am Job für ihn, ist eine Tour mit netten Leuten und jede Menge guter Laune zu fahren. Dann bebt der ganze Bus mit guter Stimmung. 😊 Außerdem kommt man viel herum und kann einige Orte entdecken, wo andere Urlaub machen. 😉

Die dreijährige Ausbildung zur Fachkraft im Fahrbetrieb für Personenverkehr ist dual und wird beispielsweise an der Berufsschule in Mühlhausen angeboten.

Hinter den Kulissen im Reisebüro

Meinen letzten Tag bei Brauer Reisen verbrachte ich vor Ort im Nordhäuser Büro. Hier durfte ich einer Touristikkauffrau bei ihrer alltäglichen Arbeit über die Schulter schauen und gemeinsam mit ihr Reisen planen und Kundengespräche führen. Es ist tatsächlich gar nicht so einfach, es allen Kunden recht zu machen und das perfekte Timing der Reise zu bestimmen. Dabei solltet ihr definitiv gutes Zeitmanagement und Geografiekenntnisse mitbringen. Außerdem ist Einfühlungsvermögen und Freude an der Zusammenarbeit mit Menschen eine wichtige Voraussetzung für den Job. Neben der Kundenberatung haben Touristikfachkräfte auch kaufmännische und verwaltende Aufgaben: beispielsweise Konditionen mit Hotels verhandeln, Preise kalkulieren und Reisekostenabrechnungen erstellen. Hierbei sind Verhandlungsgeschick und Mathekenntnisse gefragt!

Die duale Ausbildung als Touristikkauffrau/mann geht drei Jahre und die Berufsschule befindet sich in Göttingen.

Mein Fazit zur Woche bei Brauer Reisen

Als Gast bekommt man von dem Organisationsaufwand hinter einer Reise oder Busfahrt meist gar nichts mit – und genau so soll es ja sein. 😊 Brauer Reisen hat mich jedenfalls auf eine Entdeckungsfahrt zu ein paar abwechslungsreichen Jobs mitgenommen!

Könntet ihr euch vorstellen einen großen Bus zu fahren? Hinterlasst mir gern einen Kommentar! Auf in die nächste Woche, eure Franzi.

Brauer Reisen GmbH

Eine besondere Reise startet mit Brauer Reisen in Nordhausen. Täglich Augen zum Leuchten bringen, Vorfreude bereiten und Erinnerungen schaffen – als Reiseveranstalter ist dass das Tagesgeschäft.

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Über unsere Jobbloggerin Franziska

Ein Job für den Rest des Lebens? Nicht für mich! Ich begebe mich auf eine spannende Reise durch über 30 Unternehmen in 180 Tagen. Seid dabei und folgt mir!

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